21 März 2014 - 20:30
Größter Massenprozess in der Geschichte Ägyptens

In der ägyptischen Stadt Minia hat ein Prozess gegen 1200 Anhänger des entmachteten Präsidenten Mohammad Mursi begonnen.

In der ägyptischen Stadt Minia hat ein Prozess gegen 1200 Anhänger des entmachteten Präsidenten Mohammad Mursi begonnen. Den Männern wird vorgeworfen, nach der Entmachtung des damaligen Präsidenten Unruhen angezettelt zu haben. Das Verfahren ist einzigartig in der Geschichte Ägyptens. 1200 Personen sind gleichzeitig angeklagt, weil sie sich im Sommer 2013 an Demonstrationen gegen die Entmachtung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär beteiligt haben. Auch befindet sich das Oberhaupt der Muslimbruderschaft, Mohammed Badie unter den Angeklagten. Anfang März hatte ein Gericht in Kairo bereits 77 Anhänger Mursis wegen ihrer Beteiligung an gewaltsamen Protesten zu jeweils drei Jahren Haft verurteilt. Nach ihrer Freilassung müssen sie außerdem drei Jahre lang regelmäßig bei der Polizei vorsprechen. Das Gericht befand die Angeklagten für schuldig, im vergangenen August in der Hauptstadt an einer Demonstration teilgenommen zu haben, in deren Verlauf dutzende Menschen getötet wurden. Amnesty Internationale zufolge sein mindestens 1400 Menschen bei gewaltsamen Zusammenstößen getötet worden. Die von Militärs untersetzte Regierung hat seit Beginn der Niederschlagung Tausende Anhänger von Mursi festgenommen. Der Prozess wurde auf Montag verschoben.